Als ich mei­nen Jah­res­rück­blick für 2025 geschrie­ben habe, bin ich dem ver­gan­ge­nen Jahr noch ein­mal sehr bewusst begeg­net. Mein Wort für 2025 war Wachs­tum. Ich hat­te es bewusst gewählt, weil mir Ende 2024 klar war, dass die­ses Jahr Ver­än­de­rung brin­gen wür­de – nicht punk­tu­ell, son­dern auf meh­re­ren Ebe­nen. Mit der Ent­schei­dung aus der Schu­le aus­zu­stei­gen, durf­te ein neu­er Weg gefun­den wer­den. Die­ses The­ma hat sich in den Rauh­näch­ten noch ein­mal ver­dich­tet. Beim 13-Wün­sche-Ritu­al blieb für mich genau die­ser Wunsch übrig: dass ich mir all das bei­brin­ge, was ich als Selbst­stän­di­ge für mei­nen neu­en Weg brau­che.

Die­ses Wachs­tum hat­te vie­le Facet­ten. Auf der einen Sei­te ging es um Wis­sen: tech­ni­sche The­men, Mar­ke­ting, Pro­gramm­auf­bau, all das, was Selbst­stän­dig­keit ganz kon­kret ver­langt. Auf der ande­ren Sei­te ging es um Men­schen – um Kom­mu­ni­ka­ti­on, Beglei­tung, Bezie­hung. Sehr schnell wur­de mir klar, dass bei­des untrenn­bar mit mir selbst ver­bun­den ist. Dass Wachs­tum nach außen ohne Aus­ein­an­der­set­zung nach innen nicht funk­tio­niert.

Je tie­fer ich in die­se Pro­zes­se ein­ge­stie­gen bin, des­to mehr bin ich mir selbst begeg­net. Mei­nen Mus­tern, mei­nen Glau­bens­sät­zen, mei­nen Unsi­cher­hei­ten – aber auch mei­nen Fähig­kei­ten und mei­ner Erfah­rung. Aus die­sem Weg her­aus, aus all die­sen Lern- und Ent­wick­lungs­pro­zes­sen, hat sich etwas immer deut­li­cher gezeigt: es braucht ganz viel Ver­trau­en. Ver­trau­en ins Leben. Und vor allem Ver­trau­en in mich selbst. Aus genau die­ser Erfah­rung ist mein Jah­res­mot­to für 2026 ent­stan­den: Trust mys­elf.

Am Ende mei­nes Jah­res­rück­blicks hat­te ich es noch so for­mu­liert: Trust mys­elf – nicht schnel­ler, son­dern stim­mi­ger. Die­ser Zusatz ist auch immer noch pas­send. Aller­dings habe ich beim Schrei­ben zum Mot­to dann fest­ge­stellt, dass es für sich allei­ne ste­hend alles beinhal­tet, was es für mich braucht. Der Rest wird sich dann ganz von allei­ne pas­send ent­wi­ckeln. I trust…

Trust mys­elf – was das für mich ganz kon­kret heißt:

1. Was mir ent­spricht, bleibt

Ein zen­tra­ler Teil von Trust mys­elf ist für mich die Ent­schei­dung, genau­er hin­zu­schau­en, was mir wirk­lich ent­spricht. Nicht, was sinn­voll erscheint. Nicht, was gera­de gut funk­tio­niert. Son­dern das, was sich für mich stim­mig anfühlt. In den letz­ten Jah­ren habe ich vie­les aus­pro­biert, gelernt, getes­tet. Dabei wur­de mir immer kla­rer, dass ich nicht alles wei­ter­füh­ren muss, nur weil ich es ein­mal begon­nen habe. Es ist zwar manch­mal schmerz­haft, denn vie­le geplan­te Din­ge waren ja gut gedacht – pas­sen aber viel­leicht nicht mehr zum momen­ta­nen All­tag. Es ist dann eher der Ver­lust einer Vor­stel­lung, einer nost­al­gi­schen Erin­ne­rung, die weh tut.

2025 war in die­ser Hin­sicht ein sehr inten­si­ves Jahr. Ich hat­te unglaub­lich viel Input – fach­lich, tech­nisch, mensch­lich. Für jeman­den mit einer Scan­ner-Per­sön­lich­keit, den vie­les inter­es­siert und anspricht, war das einer­seits berei­chernd, ande­rer­seits auch sehr viel. Ich habe gemerkt, dass ich die­sen gan­zen Input gar nicht voll­stän­dig umset­zen konn­te. Nicht, weil er schlecht war, son­dern weil mei­ne wich­tigs­te Wäh­rung begrenzt ist: mei­ne Zeit.

Genau hier möch­te ich 2026 bewuss­ter wer­den. Nicht jedem neu­en Impuls fol­gen, nur weil er glänzt. Nicht jedes neue shi­ny object auf­grei­fen, nur weil es span­nend klingt. Son­dern inne­hal­ten und mit mei­nem inne­ren Kom­pass abglei­chen: Wie viel Zeit steht mir rea­lis­tisch zur Ver­fü­gung? Bringt mich das jetzt wirk­lich wei­ter – oder lenkt es mich eher ab?

Dabei spielt mein Bauch­ge­fühl eine zen­tra­le Rol­le. Rück­bli­ckend habe ich oft gemerkt, dass ich sehr früh gespürt habe, wenn etwas nicht ganz stim­mig ist. Ein lei­ses Zögern, eine inne­re Unru­he, ein Gefühl von „eigent­lich nicht“. Nicht immer habe ich dar­auf gehört – und genau das wur­de mir spä­ter häu­fig deut­lich. Für 2026 möch­te ich die­sem inne­ren Signal mehr Ver­trau­en schen­ken. Frü­her hin­schau­en. Mir erlau­ben, lang­sa­mer zu ent­schei­den. Und ernst zu neh­men, was sich inner­lich zeigt, auch wenn es sich nicht sofort begrün­den lässt.

Damit ver­bun­den ist eine Erkennt­nis, die für mich fast radi­kal war: Ich muss eigent­lich gar nichts. Vie­le inne­re Ver­pflich­tun­gen sind kei­ne äuße­ren Zwän­ge, son­dern selbst gesetz­te Über­zeu­gun­gen. Und genau die­se darf ich hin­ter­fra­gen. Ich darf mich neu ent­schei­den. Ich darf auch mei­ne eige­nen inne­ren Regeln über­prü­fen und neu aus­rich­ten, wenn sie mir nicht mehr die­nen. Für mich ist das geleb­te Selbst­füh­rung: Ver­ant­wor­tung über­neh­men, ohne mich inner­lich fest­zu­le­gen oder unter Druck zu set­zen. Das Schrei­ben einer To-Want-Lis­te hat mir dabei sehr gehol­fen. wenn ich nichts muss – was will ich eigent­lich?

Trust mys­elf heißt für mich des­halb auch, mich stär­ker dar­auf zu kon­zen­trie­ren, was bereits da ist. Auf vor­han­de­ne Ideen, begon­ne­ne The­men und gewach­se­ne Erfah­run­gen auf­zu­bau­en, statt stän­dig Neu­es anzu­häu­fen. Tie­fer zu gehen statt brei­ter. Und mei­ne Zeit dort zu inves­tie­ren, wo Kopf, Bauch und inne­re Hal­tung mit­ein­an­der über­ein­stim­men.

2. Authen­tisch schlägt stra­te­gisch

Im Zusam­men­hang mit dem Kurs „Brand your Busi­ness“ von The­re­sa Ehsa­ni habe ich mich viel mit mei­nen Wer­ten beschäf­tigt. Dabei wur­de mir klar, dass für mich Authen­ti­zi­tät eine gro­ße Rol­le spielt. Authen­tisch zu sein und zu arbei­ten bedeu­tet für mich vor allem eines: dass ich mich wohl­füh­le mit dem, was ich tue. Dass ich nicht über­le­gen muss, wie ich etwas sagen soll­te, damit es gut ankommt, son­dern so spre­chen und schrei­ben kann, wie es mir ent­spricht. Ohne Rol­le. Ohne inne­re Über­set­zung. Ohne mich selbst zu kor­ri­gie­ren, wäh­rend ich eigent­lich schon mit­ten im Satz bin.

Genau hier mer­ke ich sehr deut­lich, wo mei­ne Gren­ze zu rei­ner Stra­te­gie liegt. Gera­de auf Social Media. Ich mag Social Media. Ich fin­de es wich­tig, zu inspi­rie­ren, Gedan­ken zu tei­len und sicht­bar zu sein. Was mich aller­dings stresst, ist die­ses per­ma­nen­te Schnell-Sein-Müs­sen. Die Vor­ga­ben, wie etwas zu funk­tio­nie­ren hat. Der Fokus auf Algo­rith­men, For­ma­te, Klicks und Reich­wei­te. Das Gefühl, stän­dig etwas „rich­tig“ machen zu müs­sen, damit es gese­hen wird.

Trust mys­elf heißt für mich an die­ser Stel­le: Ich nut­ze Social Media so, wie es für mich passt. Nicht so, wie es angeb­lich sein müss­te. Ich las­se mich nicht davon trei­ben, was gera­de bevor­zugt aus­ge­spielt wird, son­dern blei­be bei dem, was sich für mich stim­mig anfühlt. Inspi­rie­ren ja. Per­for­men nein. Ich bin gespannt, ob es funk­tio­niert. Falls nicht, wer­de ich nach einem ande­ren Weg suchen, der zu mir passt.

Auch Face­book fühlt sich für mich inzwi­schen zu weit weg an. Die Grup­pe, die ich dort auf­ge­baut habe, war ein Ange­bot, das aus einem Men­to­ring her­aus ent­stan­den ist. Eine Mög­lich­keit, die dort gelehrt wur­de, um mit Men­schen in Kon­takt zu kom­men. Und gleich­zei­tig habe ich gemerkt: Der Weg ist mir zu lang. Der Kon­takt zu indi­rekt. Ich wün­sche mir For­ma­te, in denen mehr Nähe mög­lich ist. Weni­ger Umwe­ge. Mehr Ver­bin­dung. Mein pri­va­tes Pro­fil wird blei­ben, denn es öff­net Türen zu Men­schen, die tat­säch­lich manch­mal weit weg sind.

Beim Schrei­ben erle­be ich genau das. Schrei­ben ist für mich kein rei­ner Con­tent-Kanal, son­dern eine Art Jour­nal. Ein Denk­raum. Beim Schrei­ben kom­me ich mir selbst auf die Spur. Ich set­ze mich bewusst mit Din­gen aus­ein­an­der, die sonst im All­tag neben­bei lau­fen wür­den. Gedan­ken sor­tie­ren sich. Zusam­men­hän­ge wer­den kla­rer. Und die­ses dif­fu­se Gefühl von „das Leben lebt mich“ wird lei­ser.

Genau dar­aus ent­steht auch mein Wunsch, ande­re zu inspi­rie­ren. Nicht, indem ich erklä­re, wie man es machen soll­te. Son­dern indem ich vor­le­be, dass man es anders machen darf. Dass Ver­än­de­rung nicht bei den Kin­dern anfängt, son­dern bei uns selbst. Wir sind als Erwach­se­ne ver­ant­wort­lich für die Gestal­tung der Bezie­hung, die für mich die Grund­la­ge für alles ist.

Dass ich mit „Anders. macht Schu­le“ mei­ne Mar­ke gefun­den habe und jetzt mit die­ser Klar­heit in 2026 star­te, fühlt sich des­halb nicht nach einem stra­te­gi­schen Schritt an, son­dern nach Ankom­men. Zu wis­sen, wofür ich ste­he: Din­ge anders zu machen als gewohnt, um die Ver­än­de­rung zu errei­chen, die wir uns wün­schen.

3. Ver­trau­en leben

Was Trust mys­elf für mich 2026 vor allem bedeu­tet, ist: die­ses Ver­trau­en nicht nur zu den­ken oder zu füh­len, son­dern es im All­tag sicht­bar wer­den zu las­sen. In klei­nen Ent­schei­dun­gen. In mei­nem Tem­po. In der Art, wie ich arbei­te und lebe.

Das zeigt sich dar­in, dass ich mir selbst mehr zutraue. Dass ich nicht bei jeder Unsi­cher­heit sofort nach Bestä­ti­gung im Außen suche. Dass ich Ent­schei­dun­gen tref­fe, auch wenn sie nicht per­fekt durch­dacht sind, son­dern inner­lich stim­mig. Ver­trau­en heißt für mich nicht, alles zu wis­sen – son­dern mir zuzu­trau­en, mit dem umzu­ge­hen, was sich zeigt.

Ich möch­te mir 2026 erlau­ben, mei­nen Weg Schritt für Schritt zu gehen. Ohne den Anspruch, schon am Ziel sein zu müs­sen. Man­che Din­ge wer­den sich ent­wi­ckeln, ande­re sich ver­än­dern. Und genau das darf sein. Trust mys­elf heißt hier: Ich hal­te die­se Bewe­gung aus. Ich blei­be mir dabei ver­bun­den, auch wenn noch nicht alles klar ist.

Die­ses Ver­trau­en zeigt sich auch in mei­nem Umgang mit Her­aus­for­de­run­gen. Statt sofort zu reagie­ren, möch­te ich öfter inne­hal­ten. Spü­ren, was jetzt wirk­lich dran ist. Mich fra­gen, ob ich gera­de aus Angst hand­le oder aus Über­zeu­gung. Und mir selbst glau­ben, wenn sich etwas rich­tig anfühlt – auch ohne äuße­ren Beweis.

So wird Trust mys­elf 2026 kein Vor­satz, den ich abha­ke. Son­dern eine Hal­tung, die mich durch das Jahr trägt. In mei­ner Arbeit. In mei­nen Ent­schei­dun­gen. Und im Ver­trau­en dar­auf, dass ich mir selbst eine ver­läss­li­che Beglei­te­rin bin.

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