Ich sit­ze im Zug zurück nach Hau­se: Wien- Hanau- Geln­hau­sen.
Vor dem Fens­ter zieht die Land­schaft vor­bei und kur­ze Zeit spä­ter ist es auch schon dun­kel. Die Zeit­um­stel­lung macht sich bemerk­bar.

Fünf Tage Wien lie­gen hin­ter mir. Punkt 6 auf mei­ner To-Want-Lis­te kann ich nun abha­ken: Im Okto­ber fah­re ich zur Eqo­lo­gy Con­ven­ti­on nach Wien.

Die­ser Trip war für mich eine Her­aus­for­de­rung: soweit ich mich erin­ne­re, bin ich noch nie allei­ne län­ger ver­reist. Also zumin­dest nicht, ohne jeman­den vor Ort zu besu­chen, an einer Wei­ter­bil­dung teil­zu­neh­men oder gemein­sam mit jeman­dem Back­pack-Tou­ren oder Kurz­trips zu machen.

Also war ich in den letz­ten 5 Tagen allei­ne in Wien unter­wegs. Ohne Fami­lie. Ohne Plan. Davon 1,5 Tage ohne To-dos. Nur ich, ein biss­chen Aben­teu­er und dem Gedan­ken, wie­der ein­mal zu spü­ren, wie sich Frei­heit anfühlt.

Als alles anders kam als geplant

Am Don­ners­tag kam kurz vor mei­ner Abfahrt zum Bahn­hof eine Nach­richt der öster­rei­chi­schen Bahn und plötz­lich merk­te ich, dass ich mein Rück­rei­se­ti­cket auf den­sel­ben Tag wie die Hin­fahrt gebucht hat­te. Ein klei­ner Schreck­mo­ment.

Wie das pas­siert ist? Kei­ne Ahnung! Ich hat­te eigent­lich lan­ge nach den bes­ten Fahr­zei­ten und Zügen geschaut. Es blie­ben noch 20 Minu­ten Zeit, um alles umzu­bu­chen. Ich war dank­bar für die Nach­richt, sonst hät­te ich heu­te ohne Ticket im Zug geses­sen…

In Wien woll­te ich eigent­lich eine Freun­din aus Tirol tref­fen und mit ihr gemein­sam die Con­ven­ti­on besu­chen. Sie war die Ein­zi­ge, die ich dort wirk­lich kann­te. Doch sie wur­de krank und konn­te nicht kom­men.

Schon vor­her hat­te ich Kon­takt auf­ge­nom­men zu 2 Frau­en, die ich übers Coa­ching ken­ne und die rund um Wien woh­nen. Mari­on ist mit ihrer Fami­lie frei­tags in den Urlaub gefah­ren und Ines hat­te eine Fort­bil­dung in Mün­chen. Gibt es sowas?

Zwi­schen Hos­tel­bet­ten und Kunst­ge­sprä­chen

Ich wohn­te im Wom­bats, einem Hos­tel mit tol­ler Lage am Nasch­markt. Es ist lan­ge her, dass ich in einem Hos­tel gewohnt hat­te und noch nie allei­ne. Als ich vor 20 Jah­ren unter­wegs war, gab es noch kei­ne Smart­phones, da hat man sich noch in Inter­net­ca­fés getrof­fen, Grü­ße in die Hei­mat geschickt und kam schnell ins Gespräch.

Gemüt­li­che Atmo­sphä­re im Hos­tel

Am ers­ten Abend setz­te ich mich im Auf­ent­halts­raum aufs Sofa zu einem Mann, der tele­fo­nier­te. Alle ande­ren starr­ten auf ihre Han­dys oder saßen in Grup­pen zusam­men. Nach sei­nem Tele­fo­nat sprach er mich an: „Kannst du kurz auf mein Gepäck auf­pas­sen?“ Dar­aus wur­de ein zwei­stün­di­ges Gespräch über Kunst, über das Leben, über Gott und die Welt. Mar­vin – so hieß er – war neben­bei als Künst­ler tätig und wir tausch­ten vie­le Gedan­ken und Ansich­ten aus- ein­fach span­nend von frem­den Men­schen zu ler­nen.

Beim Früh­stück konn­te ich genau das Glei­che beob­ach­ten. Ent­we­der waren Grup­pen unter­wegs, oder die Allein­rei­sen­den früh­stück­ten gemein­sam mit ihrem Han­dy… Ich habe bewusst dar­auf ver­zich­tet, fand es aber (erstaun­li­cher­wei­se) gar nicht schlimm, allei­ne zu essen…

Am letz­ten Mor­gen saß mir dann beim Früh­stück eine Frau ohne Han­dy gegen­über. Nach kur­zem Zögern sprach ich sie an. Sie war dank­bar, denn auch sie reis­te allei­ne und hat­te gespürt, dass in die­sem Hos­tel kaum Ver­bin­dung ent­stand. Sie kam aus Hol­land, wir unter­hiel­ten uns nett auf Eng­lisch und lie­fen noch gemein­sam zur Karls­kir­che. Dort trenn­ten sich unse­re Wege und ich nahm mir vor: offen blei­ben lohnt sich immer.

Ein Frei­tag ohne Plan

Für den Frei­tag hat­te ich mir bewusst nichts vor­ge­nom­men. Kein Sight­see­ing-Mara­thon, kei­ne Lis­te, kein „Was machen wir als Nächs­tes?“. Ich woll­te ein­fach mal los­lau­fen. Im Fami­li­en­all­tag ist alles getak­tet, da bleibt kaum Raum für Spon­ta­nei­tät, son­dern nur die Fra­ge: „Was machen wir jetzt? Wie lan­ge dau­ert das?“.

Die­ser Tag ohne Plan war genau das, was ich gebraucht hat­te. Ich traf zwei Frau­en aus Tirol, die ich bis dahin nur online kann­te. Hei­di und Manue­la kamen auch für die Con­ven­ti­on nach Wien. Wir waren uns sofort sym­pa­thisch und beschlos­sen gemein­sam die Stadt zu erkun­den. Wir stan­den stau­nend auf dem Ste­phans­dom, aßen Scho­ko­früch­te, fuh­ren Geis­ter­bahn und Rie­sen­rad im Pra­ter und lach­ten viel beim Abend­essen im 12 Apos­tel­kel­ler. Es war leicht. Unkom­pli­ziert. Echt. Und Wien ist wun­der­schön!

Bes­tes Wet­ter beim Seight­see­ing in Wien

Die Eqo­lo­gy-Con­ven­ti­on – Inspi­ra­ti­on auf allen Ebe­nen

Am Sams­tag und Sonn­tag war dann die Eqo­lo­gy-Con­ven­ti­on – ein Wochen­en­de vol­ler span­nen­der Vor­trä­ge, Begeg­nun­gen und Ideen. Ich hat­te nicht erwar­tet, wie sehr mich die­ses Event berüh­ren wür­de.

Da war die Frau, die in nur drei Mona­ten und einem Tag 14 8000er erklom­men hat – mit einer unglaub­li­chen Mischung aus Stär­ke, Mut und Durch­hal­te­ver­mö­gen. Der Vor­trag von Kris­tin Hari­la war mehr als Moti­va­ti­on. Er war ein Weck­ruf: An sich selbst glau­ben. An sei­ner Visi­on fest­hal­ten. Wei­ter­ge­hen, auch wenn es schwer wird.

Auch die inhalt­li­chen Impul­se haben mich bewegt. Ich wur­de wie­der dar­an erin­nert, wie wich­tig das The­ma Ome­ga-3 ist und wie sehr Gesund­heit, Nach­hal­tig­keit und Bewusst­sein mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Eqo­lo­gy ist für mich mehr als ein Unter­neh­men: Es ist eine Bewe­gung, die zeigt, dass Ver­än­de­rung immer bei uns selbst beginnt.

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Die Vor­trä­ge haben mir gezeigt, dass Zeit für mich auch Zeit für mei­ne Visi­on sein darf – für das, was mich antreibt und mir Sinn gibt.

Wenn Plä­ne sich doch noch fügen

Nach­dem sich mei­ne Zug­plä­ne geän­dert hat­ten, habe ich Ines Ber­ger noch­mal ange­schrie­ben. Ich woll­te ihr sagen, dass wir uns doch am Mon­tag in ihrer Mit­tags­pau­se in Wien tref­fen könn­ten. Sie hat­te ihr Semi­nar in Mün­chen jedoch eben­falls abge­sagt und so besuch­te ich sie am Sonn­tag im Anschluss an die Con­ven­ti­on in Möd­ling. Wir spa­zier­ten durch den wun­der­schö­nen Stadt­kern, aßen zusam­men, rede­ten und freu­ten uns, dass wir es doch geschafft hat­ten, uns zu sehen. Live und in Far­be ist eben anders als online- meist noch schö­ner! Es war einer die­ser Momen­te, die sich nicht erzwin­gen las­sen. Sie fügen sich, wenn man offen­bleibt.

Ines und ich im wun­der­schö­nen Möd­ling

Da ich am Mon­tag ja erst mit einem spä­te­ren Zug gefah­ren bin, war ich noch in der Alber­ti­na. Geplant war das Wien-Muse­um, aber das hat­te mon­tags zu. So habe ich tol­le Kunst­wer­ke bestaunt und rich­tig coo­le Licht­in­stal­la­tio­nen auf mich wir­ken las­sen. Ein Besuch, der sich auf jeden Fall lohnt!

Viel­falt und gro­ße Meis­ter in der Alber­ti­na

Fazit: Zeit für mich – und was sie mir gezeigt hat

Ich habe gelernt, dass es gar nicht schlimm ist, auch mal allein beim Früh­stück zu sit­zen. Dass Begeg­nun­gen ent­ste­hen, wenn man sie zulässt. Dass Plä­ne sich ändern dür­fen. Und dass Zeit für mich kein Luxus ist, son­dern eine Hal­tung.

Die­se Rei­se hat mir gezeigt: Selbst wenn nicht alles nach Plan läuft, ent­steht genau dar­aus oft das, was uns wirk­lich nährt – Ruhe, Begeg­nung, Inspi­ra­ti­on und ein Stück mehr Ver­trau­en ins Leben.

Es war mei­ne ers­te Rei­se seit Lan­gem, die ich ganz allein unter­nom­men habe. Und sicher nicht die letz­te.

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