Ich hatte einen Plan. Einen richtig guten sogar. Ich wollte endlich beim Blogformat „12 von 12″ mitmachen – bei dem man den 12. eines Monats in 12 Bildern dokumentiert. Ich hatte meinen Tag schon im Kopf, die Kamera griffbereit, die Vorfreude groß.

Und dann war es der 11. April.
Ich habe es erst gemerkt, als die Fotos schon gemacht waren, der Tag schon gelaufen war und ich anfangen wollte, den Artikel zu schreiben. Einen Tag zu früh. Typisch.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – veröffentliche ich diesen Artikel. Denn dieser Samstag war zu schön, um ihn in der Schublade verschwinden zu lassen. Hier sind meine 12 Momente vom 11. April. Beinahe regelkonform.

Der Camper springt an, das Navi zeigt mir den Weg. Ich fahre alleine los – und schon das fühlt sich nach etwas an. Nach Aufbruch. Nach: heute bin ich dran.

Lene holt mich ab und gleich sind wir mitten im Gespräch- auch wenn wir uns live seit fast einem Jahr nicht gesehen haben. Wir begleiten beide Menschen in unserem Beruf – und stellen fest: das, was wir bei unseren Coachees sehen, kennen wir auch selbst. Mütter, die für alles Verantwortung übernehmen. Im Außen. Und wie wenig Raum dabei bleibt für das Innen. Kein aufgeploppter Gedanke – sondern etwas, das wir immer wieder erleben. In der Arbeit. Und im eigenen Leben.

Auto abstellen, Bahn nehmen, Köln kommt näher. Ich mag diesen Moment des Umsteigens. Nicht nur beim Fahren. Und so ein cooler Platz um das Auto nicht mit in die Stadt nehmen zu müssen- absolute Empfehlung! Mit der Bahn ist man in 10 Minuten am HBF.

Irina wartet schon. Drei Frauen, drei Lebensrealitäten, eine gemeinsame Coaching-Geschichte. Wir stellen uns vor den Dom – weil man das einfach tut, wenn man in Köln ist. Und weil es sich richtig anfühlt, diesen Moment festzuhalten. Nach einem Kaffee ist dann auch Kirsten zu uns gestoßen:)

Mein Zimmer mit Irina. Koffer in die Ecke, kurz durchatmen. Dann geht es los! Der Flandrische Hof hat eine fantastische Lage für unser Vorhaben- sehr empfehlenswert für kurze Wege und einfach mittendrin.

Kirsten ist inzwischen auch dabei. Wir laufen zur Volksbühne – nicht weil wir nervös wären, sondern weil wir den Abend schon ein bisschen vorauskosten wollen. Die Vorfreude ist spürbar.

Erstmal stärken wir uns. Die Straßencafés sind sehr einladend und das Essen im Moxxa ist gut. Die Sonne anfangs auch. Aber der Wind hat von Anfang an andere Pläne – und irgendwann zieht die Sonne einfach weg. Wir sitzen trotzdem draußen und das Essen wird ein bisschen schneller kalt.

Rein ins Warme, Hände um den Becher, Gespräche weiterspinnen. Ich liebe diese Art von Zeit. Keine Agenda, keine To-do-Liste. Einfach da sein.

Wir stehen in der Schlange, treffen noch eine Bekannte von Lene aus einer anderen Coaching-Gruppe. Die Vorfreude ist jetzt richtig groß und als die ersten Regentropfen fallen gehen die Türen auf- wie passend.

Zuerst spielt ein Freund von Maik Klavier – ruhig, berührend, ein schöner Einstieg. Dann beginnt Maik Baum. Was folgt, ist schwer zu beschreiben: Es ist ein Konzert und gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Man singt gemeinsam – laut, zusammen. Und plötzlich merkt man, wie viel Raum das öffnet. Eine Zeile bleibt hängen: „Wenn Glück eine Währung wäre, was macht dich dann reich?“

Nach dem Konzert macht Maik zusammen mit Samuel Breuer noch eine spontane Jam-Session im Foyer. Das Publikum ruft Wörter rein – es landen: Liebe, Elefant, Yoga. Die beiden weben daraus live ein Lied. Wir singen wieder mit. Ich denke: das ist eigentlich das Bild für alles, worüber Lene und ich heute gesprochen haben. Aus dem, was kommt, etwas machen.

Es regnet immer noch, als wir aus der Volksbühne kommen. Wir laufen trotzdem – das Restaurant liegt gleich ums Eck vom Hotel. Wir sitzen noch etwas zusammen. Reden, lachen und freuen uns aneinander, bevor wir in die Betten fallen.
Und der Zwölfte? Der sah dann so aus:
Ausschlafen. Frühstück zu viert, ausgiebig und ohne Eile – noch mal reden, noch mal lachen, noch mal innehalten. Dann gemeinsam zum Kölner Hauptbahnhof gelaufen, Abschied genommen, und mit Lene wieder zurückgefahren nach Hause.
Nachmittags ins Schwimmbad. Bahnen ziehen, Kopf freibekommen. Abends Spargel – weil April ist und Spargel einfach sein muss.
Und dann? Newsletter geschrieben. Diesen Blogartikel geschrieben. Mit dem Wochenende im Kopf und dem Gefühl, dass ich genau das richtig gemacht habe – auch wenn es eben der Elfte war.
Den 12. Mai habe ich mir schon vorgemerkt. Dann mache ich das richtig.